Samstag, 9. Mai 2009

Haiku Podcast #17

Zwischen den ganzen GSoC Interviews, ein kleiner Hinweis: Der 17. Haiku Podcast ist draußen. Diesmal berichten Sikosis und TheNerd über die letzten Konferenzen, den Google Summer of Code, die Tweeter Aktivitäten von Haikuware und der BeBits und Haikuware Software des Monats. Ach ja, und ein kleines Interview mit Humdinger... :)

Freitag, 8. Mai 2009

GSoC'09 Interview mit Henri Vettenranta

Die GSoC\'09 Interviewreihe geht weiter: BeGroovy bietet uns ein Interview mit Henri Vettenranta (HeTo). Sein Projekt wäre ein Anwendungs-Aktualisierungsservice gewesen, leider hat er es nicht in die begrenzten Plätze des Google Summer of Code geschafft.

Erzähl uns ein bisschen von Dir.

Ich bin Henri Vettenranta, 20 Jahre alt und IT Student der Tampere University of Technology. Mit Computern beschäftige ich mich schon länger als ich selber einen zu Hause habe. Angefangen hat es mit Computern am Arbeitsplatz meiner Mutter, wenn sie an manchen Wochenenden arbeiten musste.

Wie hast Du vom GSoC erfahren?

Vom GSoC habe ich schon vor Jahren gehört, als er eingeführt wurde. Damals konnte ich mich aber nicht bewerben, weil ich noch zu jung war. Dieses Frühjahr sah ich die Ankündigung im #haiku IRC Channel und entschied mich anzumelden.

Warum ist es Haiku für Dich wert daran zu arbeiten?

Für mich ist Haiku die Fortführung von BeOS, das anderen Betriebssystem in einigen Dingen immer noch voraus ist, selbst wenn es seit bald einem Jahrzehnt nicht mehr weiterentwickelt wurde. Ich würde auch sagen, dass Haiku auf dem Desktop unter den anderen Open Source Betriebssystem die beste Plattform werden könnte, um proprietäre und kommerzielle Software zu entwickeln, pflegen und zu nutzen.

Wie hast Du das erste Mal von Haiku gehört?

Während ich BeOS ausprobierte war ich enttäuscht wie alles mit BeOS und Be Inc. gelaufen ist. Da hab ich nach Alternativen gesucht. Damals war Haiku schon das einzig übrig gebliebene Projekt, das versuchte die Be API nachzubauen. Das interessierte mich natürlich.

Hast Du Erfahrung mit BeOS oder Zeta?

Ja, aber wie wahrscheinlich viele andere, hatte ich BeOS erst Jahre nach dem Untergang von Be Inc. selbst ausprobiert. Wenn ich mich nicht täusche, war das ungefähr zu der Zeit als Haiku einen funktionierenden app_server bekam, also so Anfang 2005. Damals hatte ich BeOS seit ein paar Monaten als mein Hauptsystem auf dem Desktop, wechselte dann aber doch irgendwann zu Ubuntu, hauptsächlich wegen fehlender Unterstützung eines aktuellen Adobe Flash.

Für was hast Du Dich beworben und was hat Dich daran besonders interessiert?

Ich habe mich für die Entwicklung eines Anwendungs-Aktualisierungsservice beworben. Das interessiert mich, weil es sowas zur Zeit bei noch keinem Betriebssystem gibt: Die Updater in Windows und Mac OS X sind nur für die Software des Herstellers gedacht. Und die Linux Paketmanager sind für Sammlungen von Software unterschiedlicher Drittanbieter auch nicht wirklich brauchbar.

Mit Haikus Attributen steht uns zudem eine pfiffige Möglichkeit zur Verfügung so ein System aufzubauen, ohne eine zusätzliche Datenbank installierter Anwendungen pflegen zu müssen: Wird eine Anwendung installiert, bekommt das der Updater automatisch anhand des Index mit, durch den er alle Anwendungen suchen kann. Wird eine Anwendung wieder entfernt, wird ihr Eintrag natürlich auch automatisch aus dem Dateisystem Index verschwinden.
Andere Metadaten, wie Versionsnummer und eine URL für Updates, können auch schön sauber als Attribut an eine Anwendung gehängt werden.

Interessiert Dich ein anderes Gebiet, falls Du nicht an dem Projekt arbeiten kannst, für das Du Dich beworben hast?

Der Editor für Partitionstabellen hörte sich ganz interessant an, aber wie ich sehe, arbeitet da schon jemand dran.

Hätte Haiku als Organisation (Webseite, Community, Einzelpersonen etc.) etwas besser machen können, um es Dir als Bewerber leichter zu machen?

Da fällt mir keine Verbesserung ein. Das Bewerbungsformular war gut: es beschleunigte den Einstieg in den Bewerbungsprozess ungemein.

War irgendwas zu kompliziert oder abschreckend?

Nö, fand ich nicht.

Hast Du irgendwelche Vorschläge oder konstruktive Kritik für die Leute, die sich um Haikus Bewerbung beim GSoC kümmern?

Nein, da gab\'s keine großen Probleme wie Haiku den GSoC organisiert hat. Falls es kleinere gab, hab ich sie schon wieder vergessen.

Hast Du Dich neben Haiku noch bei anderen GSoC Organisationen beworben?

Nein, ich hab mich nur bei Haiku beworben.

Wärst Du an einem eventuellen Haiku Code Drive interessiert?

Ja, das hört sich wirklich interessant an.

Warum bist Du Programmierer geworden?

Ich war schon immer fasziniert von Computern, es ist schön seinen eigenen Code laufen zu sehen. Ich weiß allerdings nicht, ob ich mich als "Programmierer" bezeichnen würde, da ich bisher leider noch nicht genügend Zeit hatte um größere Sachen zu entwickeln.

Mit welchen Sprachen programmierst Du am liebsten?

Wie gesagt, ich hatte noch nicht allzu viel Zeit zum Programmieren, aber vom Rumspielen her scheint Python ganz nett zu sein. Soviel ich weiß, ist Bethon (die Python Anbindung an die Be API) zur Zeit noch nicht ganz einsatzfähig mit aktuellen Haiku und Python Versionen. Für Haiku Programme ist also C++ angesagt.

Falls Du an offenen Tickets im Bugtracker gearbeitet hast, was war Dein genereller Eindruck vom Code? Hast Du vor an anderen offenen Tickets zu arbeiten?

Ich habe an einem eigenen Patch für #2389 gearbeitet, eine Alternative Lösung um den Titelreiter der Terminal Anwendung umbenennen zu können. Der Großteil des Codes war recht einfach nachzuvollziehen, obwohl er fast unkommentiert ist. Ein paar kleine Unregelmäßigkeiten im Programmierstil, wie unterschiedliche Einrückungen in Header Dateien, gab\'s auch. Insgesamt sah der Code aber sehr gut aus.
Es hat Spaß gemacht daran zu arbeiten. Wie es die Zeit erlaubt, werde ich mich wohl auch in der Zukunft um kleineren Aufgaben kümmern.

Donnerstag, 7. Mai 2009

GSoC'09 Interview mit Maxime Simon

In der GSoC'09 Interviewreihe haben die Kollegen von IsComputerOn Maxime Simon im Gespräch. Maxime wird zusammen mit seinem Mentor Ryan Leavengood diesen Sommer WebKit in einen Haiku-eigenen Browser integrieren.

Erzähl uns doch erstmal etwas über Dich?

Ich heiße Maxime Simon und bin französischer Student von Computerwissenschaften im dritten Jahr an der Rennes 1 Universität. Ich bin 21 Jahre alt und liebe Programmieren. Damit verbringe ich neben Dokumentation lesen, Chatten und manchmal Filme gucken, die meiste Zeit.

Wie hast Du mit dem Programmieren angefangen? Was hat Dich dazu gebracht?

Ich war sehr aufgeregt als mein erster Computer zuhause eintraf. Ich bin jung und meine Eltern war nicht gerade Fans neuer Technologien: das war 1999. Zu diesem Zeitpunkt begann mein Interesse an IT. Ich las einige Tutorials und Howtos zu Programmierung aber hatte keine Projektidee, die ich entwickeln konnte.

Als ich an die Uni kam, traf ich Studenten die bereits für sich selbst programmierten. Dort bekam ich auch einige akademische Projekte, die mich faszinierten. Bald darauf begann ich mit einem Freund ein Projekt, dann zwei usw...

Was waren diese ersten Projekte?

Für mein erstes "großes" Projekt benutzte ich eine obskure Sprache namens "oRis", eine objekt- und angenten-orientierte Sprache, die als Teil der Doktorarbeit von Fabrice Harrouet entwickelt wurde. Das Projekt war sie Simulation von pfadfindenden Robotern mit einfachem Verhalten und der Fähigkeit zusammen Aufgaben in einem virtuellen Irrgarten zu erledigen. Das war eine Aufgabe an der Universität. Mein privates Projekt war es diese Simulation in C++ und Qt umzuschreiben. Wir waren zu zweit an diesem Projekt, leider liegt die Entwicklung aus Zeitgründen zur Zeit auf Eis.

Dieses Jahr war mein Hauptprojekt einen Compiler für eine natürlich imperative Sprache in Java zu schreiben. Eine gute Einführung um verbreitete Compiler zu nutzen und zu verstehen.

Wie bist Du auf den Google Summer of Code gekommen und wann wolltest Du das erste mal mitmachen?

Zum ersten Mal habe ich vom GSoC letztes Jahr gehört, als ich mit einem Freund über Sommerjobs gesprochen habe. Hat mich interessiert, aber ich dachte meine Programmierkenntnisse würden nicht ausreichen um es da rein zu schaffen.

Dieses Jahr hab ich meine Chance nicht verpasst.

Wie hast Du das erste Mal von Haiku gehört und hattest Du schon Erfahrung mit BeOS oder Zeta?

Von Beginn meines kurzen Computerlebens an, war ich sehr an alternativen Systemen interessiert. Als großer "Lambda-User" (franz. für DAU) fing ich mit Windows 98 an, installierte dann aber schnell Linux. In dieser Zeit lernte ich alles was ich konnte über die anderen Alternativen. Und als dann Virtualisierung aufkam, war ich ganz heiß endlich all diese System ausprobieren zu können. Heute benutze ich Mac OSX und "virtualisiere" was das Zeug hält.

Läuft bei Dir Haiku nur virtuell oder willst Du es auch mal nativ installieren?

Momentan läuft Haiku nur in einer VM, aber sobald ich meinen USB-Stick finde, will ich's von da starten. Ich wünschte, ich könnte Haiku auf diesem Computer direkt laufen lassen.

Warum ist es Haiku für Dich wert daran zu arbeiten?

Wie ich bereits sagte, I mag alternative Systeme und finde Haiku ist ein wirklich erfrischendes System. Außerdem wollte ich nicht für eine riesige Organisation wie Gnome oder VLC arbeiten. Das sind beides großartige Projekte, aber ich wollte etwas anderes, etwas das möglichst nichts mit Linux zu tun hat.

Dein Projekt das WebKit in einen Haiku-eigenen Browser einzubauen, ist für mich das wahrscheinlich aufregendste Projekt. Warum hast Du's gewählt?

Ich finde Sachen wie der CIFS Client sind wirklich sehr wichtig. Aber der Endanwender sieht als erstes die Softwareumgebung und ein eigener Browser ist ein Teil davon. Ich glaube auch, WebKit ist z.Zt. die beste HTML Renderengine. Es wäre schade, würde Haiku sie nicht unterstützen.

Der zweite Teil des Projekts, der Browser, ist meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil von Haiku. Ich kenne den Port von Firefox (BeZilla), empfinde ihn aber als "Elephant auf dem Eis". Es ist auf alle Fälle ein Riesenport.

Wie läuft die Arbeit so und wie wichtig ist Ryans Erfahrung auf diesem Gebiet?

Das GSoC-Coden beginnt offiziell am 24. Mai, weil es so ein Riesenprojekt ist, werden allerdings schon früher anfangen. Als erstes aktualisieren wir den WebKit Port, den Ryan vor zwei Jahren gemacht hat. Ryan's Erfahrung wird dabei sehr nützlich sein, bei der Portierung hat er schon viel Wissen gesammelt.

Beim zweiten Teil, dem Browser, wird Ryan's allgemeine Programmiererfahrung von Nutzen sein. Dabei werden wir uns wohl einige Inspiration von Chromium holen, für meine Begriffe ein moderner, durchdachten Browser.

Hätte Dich noch ein anderes Projekt auf Haikus GSoC-Ideenliste gereizt?

Als erstes hab ich mich nur für das WebKit-projekt beworben, doch dann las ich Matts (Haikus GSoC Koordinator) Kommentar zu den WebKit Bewerbungen. Darin empfahl er sich zusätzlich noch für ein anderes Projekt zu bewerben, weil es wohl eine Menge Interessenten dafür gab. Daher entschied ich, mich auch für das AbiWord-Update zu melden. Auch ein schönes Projekt; Haiku braucht eine Textverarbeitung.

Letztendlich wurde ich von den Mentoren gefragt, ob ich das AbiWord oder das WebKit Projekt bevorzugen würde. AbiWord ist wichtig, aber ein aktueller WebKit Port ist dringender.

Wie lief die Bewerbung? War irgendwas zu kompliziert oder abschreckend?

Seine Bewerbung für den GSoC einreichen ist nicht schwer. Die Konkurrenz ist groß (von 3.5000 werden nur 1.000 genommen), aber davon hab ich nichts gespürt. Die Atmosphäre war freundlich, wie man das von Open Source und Studenten erwartet. :)

Diesmal haben die Mentoren ihre Studenten nicht nur anhand ihrer Bewerbung ausgewählt, sondern sie zudem getestet. Jeder sollte ein Problem (aus dem Bugtracker) lösen. Eine super Idee, auch weil ich mich so für den GSoC qualifizieren konnte. (Einige Bewerbungen waren besser als meine.)

Hast Du Dich noch bei anderen GSoC Organisationen beworben?

Erst wollte ich mich noch woanders, z.B. bei AbiWord, bewerben, aber dann dachte ich mir ich konzentriere mich lieber auf eine oder zwei Bewerbungen bei einer einzigen Mentor-Organisation.


Danke, Maxime, dass Du Dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast.

GSoC'09 Interview mit JiSheng Zhang

Im Rahmen der GSoC'09 Interviewreihe gibt es bei Haikuware ein Interview mit JiSheng Zhang. Leider hat er keinen der begehrten GSoC Plätze ergattern können, sonst hätte er sich um die Verbesserung von Haikus PCI Unterstützung gekümmert.

Erzähl uns ein bisschen von Dir.

Ich studiere Computerwissenschaften mit dem Schwerpunkt "Embedded Betriebssysteme". Ich habe Erfahrung mit Opensource Entwicklung von Haiku, Linux Kernel Treibern und RTEMS. Im Google Summer of Code 2007 hatte ich das Glück FreeBSDs Firewire Stack auf Haiku zu portieren. Dieses Projekt konnte ich erfolgreich abschließen. Außerdem war ich einer der "Haiku Code Drive" Studenten im Jahr 2008. :)
Daneben habe ich einige Linux Kernel Patches zu LKML beigesteuert und in 2007 Linux' neuen Firewire Stack (juju) auf RTEMS portiert.

Wie hast Du vom GSoC erfahren?

Davon weiß ich von der Haiku Development Mailingliste.

Warum ist es Haiku für Dich wert daran zu arbeiten?

Zum einen hat mich Haikus sauberes Design und dessen Implementierung angezogen. Zum anderen die Mentoren, die schon lange dabei sind und große Erfahrung mit der Entwicklung haben. Und die freundliche Community.

Wie hast Du das erste Mal von Haiku gehört und hattest Du schon
Erfahrung mit BeOS oder Zeta?


In meiner Freizeit lese ich gern den Kernel Sourcecode von Betriebssystemen. Ich hatte schon mal von OpenBeOS gehört. Eines Tages in 2006 habe ich dann nach "openbeos" gesucht und Haiku gefunden. Mit BeOS oder Zeta habe ich keinerlei Erfahrung.

Für was hast Du Dich beworben und was hat Dich daran besonders
interessiert?


PCI Verbesserungen.
In den letzten zwei Jahren wurden einige Bugs im PCI Busmanager gemeldet, z.B. #2620 und #3313. Hauptursache dürfte das BIOS einiger Plattformen sein, das nicht richtig mit PCI umgeht und z.B. Fehler bei der Interrupt Zuweisung macht, auf die Haiku allerdings angewiesen ist. Zudem ist die IRQ Zuweisung für verschiedene PCI Geräte nicht ausgewogen. So sehen wir im Log von #3595 dass sich firewire ohci, sata2 ahci, usb_uhci, usb_ehci, Grafik- und Netzwerkkarte alle einen IRQ teilen. Wenn sich zu viele Geräte einen IRQ teilen, schadet das der Performance, weil immer alle ihre ISR (Interrupt-Service-Routine) ausführen, um zu sehen ob der ausgelöste Interrupt von ihnen kam.
Daran würde ich gern arbeiten.

Interessiert Dich ein anderes Gebiet, falls Du nicht an dem Projekt arbeiten kannst, für das Du Dich beworben hast?

FUSE BFS Unterstützung. Damit könnte man unter Linux per cat/cd/file/ls etc. auf BFS Partitionen lesend und schreiben zugreifen.

Warum bist Du Programmierer geworden und mit welchen Sprachen programmierst Du am liebsten?

Beim Hacken und Coden bin ich einfach glücklich. Am meisten benutze ich C und C++.

Hätte Haiku als Organisation (Webseite, Community, Einzelpersonen etc.) etwas besser machen können, um es Dir als Bewerber leichter zu machen? War irgendwas zu kompliziert oder abschreckend?

Hmm, es wäre schön, wenn es für Haiku's PCI/ACPI/PIC Subsysteme eine kurze Einführung gäbe.

Hast Du irgendwelche Vorschläge oder konstruktive Kritik für die Leute, die sich um Haikus Bewerbung beim GSoC kümmern?

Ich habe einen Rat für Studenten deren Sommer erst im Juli beginnt: Fangt mit eurem Projekt so früh wie möglich an. Im Juni haben wir noch viele Prüfungen oder ähnliches und daher nur sehr wenig Zeit.

Hast Du Dich neben Haiku noch bei anderen GSoC Organisationen beworben?

Dieses Jahr hab ich mich neben Haiku noch bei RTEMS angemeldet.

Wärst Du an einem eventuellen Haiku Code Drive interessiert?

Ich stand bei Haiku und RTEMS recht hoch auf der Kandidatenliste. Haiku bevorzugte allerdings neue Studenten und RTEMS hat mich ja auch genommen. Hätte das mit RTEMS nicht geklappt, hätte ich bei einem Haiku Code Drive dieses Jahr mitgemacht.

Dienstag, 5. Mai 2009

GSoC'09 Interview mit Smita Vijayakumar

Diverse Haiku Newsseiten werden in der nächsten Zeit Interviews mit den Bewerbern zum Google Summer of Code 2009 veröffentlichen. Den Anfang macht BeGroovy's Interview mit Smita Vijayakumar, der Haiku IPv6 Unterstützung verpassen wollte. Leider kam sein Projekt nicht zum Zuge und ihm bleibt daher nur die Hoffnung auf einen Haiku Code Drive wie im Jahr 2008.

Wie hast Du vom Google Summer of Code gehört?

Durch einen Freund, der 2008 beim GSoC gearbeitet hat.

Was hat Dich überzeugt, dass Haiku es wert ist daran zu arbeiten?

Mir gefiel die Liste der GSoC-Ideen und die Entwickung an sich. Ich habe schon Erfahrung durch die Programmierung ähnlicher Features.

Wie hast Du das erste Mal von Haiku gehört?

Aus der Liste der verschiedenen Projekte für den Google Summer of Code.

Hast Du irgendwelche Erfahrung mit BeOS oder Zeta?

Nein.

Mit was hast Du Dich beworben und was hat Dich daran besonders interessiert?

Ich habe mich mit der Implementierung der IPv6 Unterstützung beworben.
Das hat mich besonders interessiert, weil ich schon 4 Jahre Erfahrung mit der Programmierung von Network Stacks habe.

Interessiert Dich ein anderes Gebiet, falls Du nicht an dem Projekt arbeiten kannst, für das Du Dich beworben hast?

Ich bin offen für alle guten Entwicklungsmöglichkeiten, Hauptsache ich kann dabei dazulernen.

Hätte Haiku als Organisation (Webseite, Community, Einzelpersonen etc.) etwas besser machen können, um es Dir als Bewerber leichter zu machen?

Um Patches einzureichen, sollten den Bewerbern eine Reihe Bugs zugewiesen werden. Die Mentoren können dann die Qualität der Patches für jeweils dieselben Bugs beurteilen.

War irgendwas zu kompliziert oder abschreckend?

:) Nein. Selbst habe ich keinen Bug beseitigt, da alle gemeldeten Bugs auf Anwendungsebene waren und keiner tiefer im System.

Hast Du irgendwelche Vorschläge oder konstruktive Kritik für die Leute, die sich um Haikus Bewerbung beim GSoC kümmern?

Besseres Feedback zu Projektvorschlägen wäre hilfreich. Ich verstehe ja dass es viele Bewerber gibt, aber wenn etwas bestimmtes bei so einem Vorschlag fehlt, würde es für zukünftige Bewerbungen sehr helfen, wenn das herausgestellt würde.

Hast Du Dich noch bei anderen GSoC Organisationen beworben?

Ich hab mich noch bei Google Chromium und Asterisk beworben.

Wärst Du an einem eventuellen Haiku Code Drive interessiert?

Ja!

Warum bist Du Programmierer geworden?

Programmieren war schon immer meine Leidenschaft, insbesondere systemnahe Programmierung, weil das ausgeklügelte Logik und Design erfordert.

Mit welchen Sprachen programmierst Du am liebsten?

C/C++.

Falls Du an offenen Tickets im Bugtracker gearbeitet hast, was war Dein genereller Eindruck vom Code? Hast Du vor an anderen offenen Tickets zu arbeiten?

Ich hab zwar an keinem Ticket gearbeitet, habe aber einige Zeilen Code geschrieben um die Idee für meinen Vorschlag zu testen. Der Code wurde allerdings nie Teil von Haiku. Ich finde der systemnahe Code, insbesondere der Umgang mit ICMP und die Trennung der einzelnen Netzwerkschichten, könnte modularer sein. Einige Funktionalitäten sind etwas zu verteilt, das erhöht das Risiko von Bugs.

Freitag, 1. Mai 2009

Bounty Transfer

Wie Haikuware meldet hat Adrian Panasiuk auf seine Code Bounty verzichtet. Er würde sich nicht wohl fühlen das Geld anzunehmen, da es sich bei der Arbeit mehr oder weniger nur um ein Re-Compile gehandelt hatte. Adrian hat den Flash-Player gnash auf Haiku portiert. Der Player benötigt jedoch den GCC4 und folglich ein Haiku Image mit den nötigen Bibliotheken.
Zum Dank bekam Adrian zumindest ein Haiku Golf Shirt.

Neben der vollendeten Gnash Bounty ist die "Alpha Bug Smasher" Bounty ausgelaufen. Hiermit sollte geholfen werden die letzten Alpha-blockierenden Bugs zu lösen. Leider waren alle Bewerber dafür nicht erfolgreich oder auf einmal verschwunden...
Profitieren konnte die WLAN Bounty, an die nun alle Gelder fließen und der Thank You Award, der 15% davon abbekommt. Somit steht der WLAN-Stack bei $1.428 und der Thank You Award bei $170.

Freitag, 24. April 2009

6 GSoC Studenten für Haiku

Die von Google zum Summer of Code 2009 geförderten Studenten wurden offiziell vorgestellt und Haiku mit 6 Studenten sehr großzügig bedacht!
Letztes Jahr waren es nur 5, und das obwohl Google dieses mal nur 1.000 Studenten fördert, also etwa 10% weniger als 2008.

Die Qualität der Bewerbungen hat sich wie schon im letzten Jahr weiter gesteigert. Das liegt bestimmt auch daran, dass jeder Bewerber dieses Jahr zumindest ein Ticket aus dem Bugtracker zu lösen hatte. Dadurch konnten die Mentoren Können und Motivation einschätzen und wie sich die Studenten in den Entwicklungsbetrieb eingliedern.
Alle Studenten lieferten ausgezeichnete Patches ab und übertrafen alle Erwartungen. Dies gibt der Hoffnung Anlass, dass sie sich auch nach dem GSoC noch weiter für Haiku engagieren.

Hier Haikus Mentoren und ihre Studenten für den Google Summer of Code 2009:

  • Lokalisierungs-Unterstützung
    Student: Adrien Destugues ("PulkoMandy" Blog)
    Mentor: Oliver Tappe
  • Implementierung eines CIFS Clients
    Student: Obaro Ogbo ("nastee" Blog)
    Mentor: Bruno Albuquerque
  • Portierung auf die ARM Architektur
    Student: Johannes Wischert ("pfoetchen" Blog)
    Mentor: Francois Revol
  • Update von DriveSetup/Disk_Device
    Student: Bryce Groff ("bebop" Blog)
    Mentor: Ingo Weinhold
  • Integration von WebKit in einen Haiku Browser
    Student: Maxime Simon (Maxime Simon Blog)
    Mentor: Ryan Leavengood
  • Implementierung von ZeroConf Unterstützung mit mDNSResponder
    Student: jie ma (Ma Jie Blog)
    Mentor: Axel Dörfler

Update:
Ich habe die jeweiligen Blogs der Studenten bei Haiku-os.org verlinkt. Dort werden sie über ihre Fortschritte berichten.
Zur Zeit steht noch nicht fest, ob es einen so erfolgreichen Haiku Code Drive wie letztes Jahr geben wird. Dabei wurden Studenten, die es nicht in den GSoC geschafft haben, durch Spenden der Haiku Gemeinschaft gefördert um ihre Projekte zu verwirklichen.

Montag, 20. April 2009

Stephan Aßmus im POFACS Podcast

Mario Heide hat sich mit seinem "Podcast für alternative Computer Systeme" (POFACS) nach dem Thema "BeOS" mit Andre Meissner in der Folge #52 [58 Minuten, 54MB] mit Stephan Aßmus zusammen gesetzt und über Haiku gesprochen.

Nach einer kurzen Rekapitulation der historischen Ursprünge von Haiku und der Situation mit den diversen vermeindlichen BeOS-Nachfolgern wie BlueEyedOS und Zeta, erzählt Stephan wie er zu BeOS und Haiku gekommen ist und dabei vom Anwendungsentwickler (eXposer, Coldcut, WonderBrush) immer mehr zum Systemprogrammierer für Haiku (app_server, GUI) wurde. Danach wird über den Sinn und die Unterschiede zu Linux philosophiert und was Haiku von BeOS geerbt hat und was darüber hinaus auch schon verbessert wurde. Es folgen die Pläne für Portierungen auf PPC, m68k und ARM und ein allgemeiner Statusbericht über die Alltagstauglichkeit von Haiku für die Entwickler.

Nach einer praxisnahen Erläuterung der Vorteile von Attributen bei Queries nach Emails oder dem Anfügen zusätzlicher Informationen an jedwede Datei, erklärt Stephan den Umfang der Kompatibilität zu BeOS-Software und die allgemeine Software- und Treiber-Situation. Auch Office-Pakete werden angesprochen, hier in erster Linie der Stand des AbiWord Ports und die Möglichkeit eines OpenOffice Ports. [Stephan spricht mir aus der Seele, wenn er OOO als vielleicht nicht gerade den großen Wurf ("Puh!") bezeichnet.] Er deutet weiterhin an, dass vielleicht sogar Gobe Productive zurückkommen könnte, da dieses durch eine BeOS API Kompatibilitätsschicht auch nach dem Abwandern zu Windows/Linux immer noch im Kern BeOS Software ist. Außerdem könnte das Compositing-Projekt (Audio/Video/Bilder) an dem einige Haiku Entwickler über mehrere Jahre gearbeitet haben, bis die Firma (Mindwork) dann leider Pleite machte, als Open Source erscheinen.

Danke Mario und Stephan für das schöne Interview!