Donnerstag, 23. August 2012

2 x 2 Monatsverträge

Haiku Inc. hat weitere "Vollzeit-Verträge" angekündigt. Gegen Ende des Jahres, voraussichtlich ab Dezember, werden Ingo Weinhold und Oliver Tappe für jeweils zwei mal 160 Stunden an Haiku für bescheidene 2.000 EUR pro 160 Stunden arbeiten. Wer bei der Finanzierung dieser und ähnlicher Verträge helfen möchte, kann dies durch Spenden tun.

Ziel der Arbeit wird der Paketmanager sein, das letzte große Feature, das einer R1-Release noch im Wege steht. Der Paketmanager wird nicht nur zur De/Installation von Anwendungen zuständig sein, sondern auch die einfache Aktualisierung von Haiku selbst ermöglichen.

Ein Blogpost liefert Details zur geplanten Funktionsweise des Paketmanagers.

UPDATE:
Weil Ingos und Olivers aktueller Vertrag noch etwas länger läuft als geplant, verschiebt sich der Beginn ihrer Haiku-Arbeit ins Frühjahr 2013.

Dienstag, 3. Juli 2012

QR-Grüße aus dem Kernel Debugging Land

Findet man sich unverhofft im Kernel Debugging Land (KDL) wieder, ist meist etwas gehörig schief gelaufen. Wird einem die Ausreise per Befehl continue verweigert, hilft oft nur die Flucht durch reboot. Möchte man vorher noch zumindest einige Infos für einen Bugreport sammeln, damit ein Haiku Entwickler die Ursache des Fehlers ergründen und lösen kann, steht man vor einem Problem: Im /boot/common/var/log/syslog kommt bei solch schweren Fehlern meist nichts mehr an.
Bisher konnte man an dieser Stelle entweder den Bildschirminhalt abschreiben oder mehr oder weniger gut leserliche Fotos schießen. Diese Fotos sind meist ziemlich groß und haben natürlich den Nachteil, dass sie bei einer Textsuche im Bugtracker nicht auftauchen.

Jetzt gibt es eine komfortable Alternative. Michael Lotz, nach einer längeren Auszeit wieder zurück, hat die Idee umgesetzt aus den Ausgaben im KDL QR-Codes zu generieren, die per Smartphone wieder in Text zurück-konvertiert werden oder an einen Server weitergeleitet werden können, der die Daten sammelt. Wegen der ziemlich geringen Datendichte von QR-Codes (Standard: 792 Bytes, theoretisch max. 2953 Bytes) werden dabei meistens mehrere QRs erzeugt. Man sollte Ausgaben also möglichst mittels head, tail und grep einschränken.

Alle Details wie genau das neue Feature zu bedienen ist, stehen in Michaels Blogpost QR Encode your KDL Output!.

Dienstag, 19. Juni 2012

Mehr vom WebKit Update

Alexandre hat einen weiteren Blogpost über seine WebKit-Arbeit geschrieben. Nach Wochen Plagerei mit dem Compiler, hat er nun das ganze WebKit mit all seinen Komponenten (libwtf, libjavascriptcore, libwebcore, libwebkit) aktualisiert und kann es ohne Fehlermeldungen bauen.
Er war selbst ganz überrascht, dass er nur einen kleinen Laufzeitfehler beheben musste und WebPositive und das Testprogramm HaikuLauncher auf Anhieb liefen. Zwar noch nicht sehr stabil und mit einigen Darstellungsfehlern, aber immerhin, seinen Blogpost konnte er schon damit absetzen...

Und sogar im Debug-Mode ist das Ganze auch schon sehr flott: ein Benchmark bescheinigt eine 3x so schnelle Ladezeit. Dass JavaScript ebenfalls deutlich schneller als im aktuellen WebPositive zu Werke geht, wurde ja schon seinem letzten Blogpost erwähnt.

Ab jetzt wird Alexandre damit beschäftigt sein, Fehler zu finden und zu beseitigen, damit möglichst viele Webseiten korrekt dargestellt werden und der Browser so stabil wie möglich läuft. Sollte dann noch Zeit sein, geht's an die Umsetzung neuer Funktionen für WebPositive.

Libre Software Meeting 2012 in Genf

Das LSM/RMLL - Libre Software Meeting findet dieses Jahr vom 7. bis 12. Juli 2012 in Genf statt. Ab dem 9. Juli ist François "mmu_man" Revol vorort, um Haiku zu präsentieren. Außerdem ist er für eine Vortrag über die hoffentlich bald erscheinende Alpha4 vorgemerkt. Wer Lust hat und in der Nähe ist, kann ihn ja besuchen und etwas unterstützen.

Alle Infos stehen auch im Event Calender auf Haiku-os.org.

Freitag, 8. Juni 2012

Neues vom WebKit Update

Aldeck, der momentan mit einem 160-Stunden Vertrag an Haikus WebKit Port arbeitet, hat einen ersten Blog Report über seine Fortschritte gepostet. Seit der ursprünglichen Portierung vor zwei Jahren sind im WebKit Source über 70.000 Revisionen verstrichen und die Anzahl der Dateien hat sich verdoppelt!

Um daraus wieder ein für Haiku baubares WebKit zu bekommen, geht Alexandre so vor, dass er sukzessive versucht die einzelnen Komponenten des "neuen" WebKit zu bauen und dabei die Haiku-spezifischen Änderungen von damals einfügt oder abändert, bis das ganze fehlerfrei kompiliert.

Das "Web Template Framework" (WTF) ging am schnellsten, weil es bereits ziemlich plattformunabhägig ist. Als nächstes war der JavaScriptCore dran. Hier hat sich zum aktuellen Haiku schon einiges getan. Ein Benchmark zeigt durch die Bank höhere Scores:

alt       neu
Richards:           784       5295
DeltaBlue:          726       4483
Crypto:             463       5305
RayTrace:          1985       8026
EarleyBoyer:       1803       6355
RegExp:            1121       2593
Splay:             2430       6723
NavierStokes:       780       4242
----
Score (version 7): 1091       5124

Der dickste Brocken war bis jetzt WebCore, für den Alexandre eineinhalb Wochen brauchte, bis alles fehlerfrei gebaut werden konnte. Ob das ganze am Ende auch funktioniert, kann er allerdings erst testen wenn er eine neue Browser-Version als Testumgebung zur Verfügung hat. Und das geht erst, wenn er die letzte Komponente fertig hat, das eigentliche WebKit, das größtenteils die API für Client-Programme enthält.

Wer Alexandres Fortschritte verfolgen möchte, sollte ein Auge auf sein GitHub haben.

Artikel in IEEE Spectrum

Der Artikel, für den beim letzten BeGeistert ein Photograph da war, um hochwertige Aufnahmen zu machen, ist vor kurzem Zeit herausgekommen. Gedruckt wurde er in der Mai-Ausgabe des amerikanischen Technikmagazins IEEE Spectrum, und es gibt ihn auch online zu lesen.

Ryan Leavengood erzählt wie Haiku 2001 (damals noch als "OpenBeOS") aus der Taufe gehoben wurde und über dessen Wurzeln im BeOS. Ausführlich legt er Haikus Vorteile wie Multithreading, Dateiattribute und homogene Oberfläche und Systemaufbau dar. Auch der Wert eines opensource Betriebssystems an sich zur Auflockerung der um sich greifenden IT-Monokultur wird erwähnt. Natürlich dürfen auch die Probleme von Haiku nicht fehlen: die wenigen Treiber, fehlende Hardwarebeschleunigung und natürlich das magere Softwareangebot.

Auch wenn er teilweise ein wenig zu otimistisch daherkommt, ein schöner ausführlicher Artikel, der durch sein Erscheinen in einem so populären Magazin viele Interessierte erreichen wird (und bereits hat, wie man an einigen Diskussionen im IRC und den Foren sehen kann).

Dienstag, 22. Mai 2012

160 Stunden für WebKit Update

Haiku Inc. meldet einen weiteren Vollzeit-Auftrag an einen Entwickler vergeben zu haben! Nachdem der letzte Auftrag an Michael Lotz leider nicht vollendet werden konnte, bekommt diesmal Alexandre Deckner die Chance sich voll auf die Haiku Arbeit zu stürzen. Vor seiner kleinen Vaterpause hat sich Alex vor allem einen Namen im Wust des Trackers gemacht, den er von vielen Bugs befreit und mit einigen Features bereichert hat, darunter umfangreiche Änderungen durch die Einführung des Layoutmanagements.

Einen Monat, also 160 Stunden, wird Alex nun den schon etwas länger vor sich hinsiechenden WebKit Port auf den aktuellen Stand bringen. Seit Stippis letzten großen Update im Jahre 2010 hat sich da doch einiges getan...
Sollte am Ende noch Zeit sein, möchte Alexandre Bugs in WebPositive beseitigen und eventuell noch ein paar neue Features einbauen.

Nicht nur weil sich sonst außer Experimenten mit einem ARM Port (Raspberry PI) momentan nicht allzuviel tut im Trunk, ist das ein hoch willkommenes Projekt. Die Früchte werden in kurzer Zeit für alle User spürbar sein, wenn die Arbeit im Netz schneller, stabiler und mit bisher nicht unterstützten Webtechnologien funktioniert.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Haiku wieder beim Google Summer of Code

Zum sechsten Mal in Folge wird Haiku wieder am Google Summer of Code (GSoC) als eine von diesmal 180 Mentor-Organisationen teilnehmen.
Drei Monate lang werden Studenten aus aller Welt (mehr oder weniger) Vollzeit an ausgewählten Opensource Projekten arbeiten. Dabei sollen sie die Arbeit im Team kennenlernen und erfahren wie es ist ein größeres Projekt über einen längeren Zeitraum durchzuziehen. Die Mentor-Organisationen haben wiederum die Möglichkeit frische Entwickler zu gewinnen und profitieren natürlich vom Code, der in dieser Zeit entsteht.

Für den GSoC 2012 wurden Haiku fünf Studenten zugeteilt, alle mit sehr interessanten Projekten. Die fünf haben bereits bewiesen, dass sie sich schon etwas im Haiku Sourcecode auskennen. Als ein Auswahlkriterium mussten alle Kandidaten zumindest ein Ticket im Bugtracker lösen. Von den insgesamt 17 Patche aller Bewerber kamen 13 von den fünf "Auserwählten".

Die Projekte:

  • Yongcong Du - Blog
    Mentor: Fredrik Holmqvist
    Projekt: Energie sparen - CPUidle Unterstützung

  • Pawel Dziepak - Blog
    Mentor: François Revol
    Projekt: Netzwerk-Dateisystem - NFSv4 Client

  • Andreas Henriksson - Blog
    Mentor: Axel Dörfler
    Projekt: Dateisystem - Größe von BFS Partitionen ändern

  • Hamish Morrison - Blog
    Mentor: Andrew Bachmann
    Projekt: Java - OpenJDK Port

  • Alex Smith - Blog
    Mentor: Ingo Weinhold
    Projekt: 64bit Unterstützung - x86_64 Port

Wer den Fortschritt der einzelnen Projekte näher verfolgen will, sollte ein Auge auf die Blogs der Studenten haben. Sie sind angehalten öfters mal mit einem Post zu informieren. Von allen gibt es mittlerweile einen ersten Eintrag, in dem sie ihre Projekte und die Planung für den Sommer (und darüber hinaus) vorstellen.

Neben den persönlichen Mentoren gibt auch wieder den bewährten Mentor-Pool. Alle Kommunikation mit den Studenten wird über eine Mailingliste erfolgen. So werden Verzögerungen vermieden - Studenten und Mentoren befinden sich ja unter Umständen in weit voneinander entfernten Zeitzonen. Außerdem werden die persönlichen Mentoren etwas entlastet, wenn es um nicht unbedingt projektbezogene Fragen geht.

Der Mentor-Pool:

  • Bruno Albuquerque
  • Stephan Aßmus
  • Adrien Destuges
  • Alexander von Gluck
  • Rene Gollent
  • Scott McCreary
  • Urias McCullough
  • Joseph R. Prostko
  • Oliver Ruiz Dorantes
  • Philippe Saint-Pierre
  • Niels Sascha Reedijk
  • John Scipione
  • Alex Wilson
  • Clemens Zeidler
  • Siarzhuk Zharski

Allen Studenten und Mentoren vielen Dank und viel Erfolg in den kommenden Monaten. Dank auch an Matt Madia, der wieder die Organisation des Events übernommen hat!