Freitag, 4. Oktober 2013

Packagemanagement schlägt im Master Trunk auf

Nach vielen Monaten Planung und Programmierung, zuletzt mit Vollzeitverträgen von Ingo und Oliver, fand der "Merge" vom Packagemanagement in Haikus Master Trunk statt. Das dürfte der letzte große Meilenstein zur Beta und damit R1 gewesen sein. Die Meldung ist nicht mehr ganz neu; golem.de und OsNews haben schon davon berichtet.

Haikus Packagemanagement bietet einige Vorteile, die für die R1 als unbedingt nötig eingestuft wurden. So sind damit zukünftig Updates des Systems möglich und theoretisch auch Downgrades auf vorige Versionen. Bisher konnte Haiku nur durch eine komplette Neuinstallation auf einen neuen Stand gebracht werden.
Pakete bieten eine benutzerfreundliche De-/Installation und Updatemöglichkeiten, siehe "HaikuDepot". Dabei wird sichergestellt, dass alle eventuell nötigen zusätzlichen Bibliotheken etc. mit de-/installiert werden.

Da die Pakete selbst schreibgeschützt sind und auch Haikus Systemdateien "verpackt" sind, wird nun effektiver verhindert, dass der Benutzer sich ungewollt das System zerschießt. Die Änderungen sind für langjährige Nutzer natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. ~/config/boot ist eine Ebene tiefer nach ~/config/settings/boot gewandert und auch ~/config/be liegt nun dort als ~/config/settings/deskbar.
Die aktivierten Packete liegen in /boot/system/packages und ~/config/packages. De-aktiviert werden sie, indem sie einfach aus diesen Verzeichnissen verschoben werden.
"Nicht-paketierte" Anwendungen kann man wie gewoht irgendwo in der /boot/home-Hierarchie ablegen. Evtl. mit der Anwendung kommende Bibliotheken können entweder in einem Unterordner "libs" in dem Anwendungsordner liegen, da /boot/system und ~/config ja schreibgeschützt sind (in letzterem hat man nur auf die ~/config/settings Zugriff). Als Alternative existiert das Verzeichnis ~/config/non-packaged. Hier können ebenfalls Bibliotheken (unter "libs"), Add-Ons (unter "add-ons") oder Konsolenprogramme (unter "bin") abgelegt werden.

Die /boot/common-Hierarchie entfällt übrigens komplett. Es gibt also nur noch die Trennung System/User, was alles eigentlich nochmal etwas vereinfacht. Die genauen Hintergründe für den Verzicht auf "common" kann man im Thread [haiku-development] Removing /boot/common nachlesen.
Alle übrigen Details finden sich im Wiki.

Wie nicht anders zu erwarten nach so einer tiefgreifenden Veränderung im System, sind nach dem "Merge" diverse Fehler aufgetreten und auch schon einige behoben worden. Auch sind noch nicht alle Feinheiten des Packetmanagements ausgearbeitet und es rumort noch etwas im Trunk. Wer sich selbst vom derzeitigen Stand ein Bild machen will und ggf. bei der Bugsuche und -beseitigung mithelfen möchte, für den stehen wie üblich Nightly Images zur Verfügung. Kommt man von einem nicht-PM Haiku, sollte man das Anyboot Image auf einen USB-Stick dd'en, ihn booten und von dort installieren.

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